Änderungen der Bestimmungen zu Kryptowährungs-Spenden
Die britische Regierung plant, die Bestimmungen zu Kryptowährungs-Spenden bei Wahlen zu ändern, wie im April von der Rycroft-Überprüfung empfohlen. Während das Dokument ein Moratorium für diese Spenden empfahl, sieht ein neuer Vorschlag ein vollständiges Verbot vor, das auch Spenden umfasst, die „aus den Erträgen von Krypto-Assets stammen“.
Parlamentarische Diskussion und Gesetzesvorschlag
Das britische Parlament wird sich nach der Sommerpause mit dem Thema Krypto-Spenden bei Wahlen befassen und könnte das derzeitige Verbot im Rahmen des „Representation of the People Bill“ verankern. Dieses Gesetz zielt darauf ab, die Kontrollen über die politische Finanzierung zu verschärfen und die Befugnisse der Electoral Commission zu erweitern.
Empfehlungen der Rycroft-Überprüfung
Die Rycroft-Überprüfung, eine unabhängige Untersuchung zur Bekämpfung ausländischer finanzieller Einflüsse und Eingriffe in die britische Politik, empfahl, ein Moratorium für Wahlspenden in Krypto-Assets einzuführen und die Möglichkeit zu prüfen, dieses nur aufzuheben, wenn das Parlament und die Electoral Commission sicher sind, dass die entsprechenden Vorschriften wirksam sind.
Verschiedene Vorschläge zur Regelung
Ein Verbot von Krypto-Spenden wurde unter der Regierung von Keir Starmer nach der Rycroft-Überprüfung angekündigt und wird rückwirkend gelten, sobald es als Teil des genannten Gesetzes formalisiert wurde. Derzeit sind mehrere verschiedene Vorschläge zu diesem Thema in der Diskussion.
Der erste Vorschlag, von Angela Rayner von der Labour-Partei, folgt der allgemeinen Regierungsregel und ändert das „Political Parties, Elections and Referendums Act 2000“, um zu verhindern, dass Spenden an registrierte politische Parteien in Krypto-Assets getätigt werden, wie Rayner selbst beschreibt.
Dennoch betont Tim Picton, Senior Advocacy Advisor von „Spotlight on Corruption“, dass diese Änderung „nicht weit genug geht, um potenzielle große Schlupflöcher vorherzusehen und anzugehen“, da sie Krypto-Börsen und Memecoins außen vor lässt und nur direkte Krypto-Finanzierungen anspricht.
Eine andere, umfassendere Änderung, die von Liam Byrne vorgeschlagen wurde, würde die Nutzung von Krypto-Börsen oder Zahlungsplattformen als Wege zur Annahme und Verarbeitung von Krypto-Zahlungen regeln, die dann in Fiat-Währung umgewandelt und in bar von politischen Parteien erhalten werden.
Byrnes Ziel ist es, „zu verhindern, dass Parteien, regulierte Empfänger (einschließlich Dritter, die Wahlkampf führen) und Kandidaten Spenden in Krypto-Assets oder aus den Erträgen von Krypto-Assets annehmen, um die Risiken anonymer und unzulässiger Spenden zu verringern“, wobei er Memecoins ausdrücklich als Quellen dieser Finanzierung erwähnt.
Risiken und Bedenken
Dies würde den Anstieg eines Trump-Token-Äquivalents im Vereinigten Königreich blockieren, was ein besonderes Anliegen darstellt, da Picton betont, dass es „als wichtiges Fundraising-Werkzeug des Präsidenten“ verwendet wurde. Dies würde ausländischen Akteuren die Möglichkeit eröffnen, Einfluss innerhalb der Verwaltung zu kaufen und privilegierten Zugang zum Präsidenten zu erhalten.
Öffentliche Aufmerksamkeit auf Krypto-Spenden
Politische Krypto-Spenden stehen im Vereinigten Königreich im Rampenlicht, da auch Krypto-Millionäre in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sind. Ben Delo, Mitbegründer und ehemaliger BitMEX-Manager, der von Präsident Trump begnadigt wurde, nachdem er wegen der Einrichtung laxen Geldwäschekontrollen verurteilt worden war, wurde kürzlich enthüllt, dass er 4 Millionen Pfund an Reform UK gespendet hat, jedoch als in bar getätigt registriert wurde. Reform UK war auch in andere Kontroversen um Krypto-Spenden verwickelt.
Ausblick auf die Regelung
Die Art und der Umfang der Regelung politischer Krypto-Spenden werden in den kommenden Wochen definiert. Hochrangige britische Gesetzgeber fordern einen sofortigen Stopp der politischen Krypto-Spenden und verweisen auf nationale Sicherheitsrisiken, die mit ausländischen Einflüssen verbunden sind.