Erweiterte Gespräche über digitale Vermögenswerte
Die Finanzregulierungsbehörden der USA und des Vereinigten Königreichs haben ihre Gespräche über Stablecoins, Tokenisierung und die Aufsicht über digitale Vermögenswerte ausgeweitet, während Washington mit der Umsetzung des GENIUS Act beginnt. Hochrangige Beamte des HM Treasury und des US Treasury trafen sich in London zur 13. Sitzung der UK-US Financial Regulatory Working Group, wie aus einer gemeinsamen Erklärung vom 4. August hervorgeht.
Teilnehmer und Themen der Diskussion
Vertreter der Bank of England, der Financial Conduct Authority, der Federal Reserve, der Securities and Exchange Commission, der Commodity Futures Trading Commission, der Federal Deposit Insurance Corporation und des Office of the Comptroller of the Currency nahmen ebenfalls an dem Treffen teil. Digitale Finanzen bildeten einen zentralen Bestandteil der Diskussionen am 8. Juli.
US-Beamte informierten ihre britischen Kollegen über die Umsetzung des GENIUS Act, der einen föderalen Rahmen für Zahlungstablecoins schafft, sowie über die fortlaufenden Arbeiten zur Definition der breiteren Marktstruktur für digitale Vermögenswerte in den USA. Die Beamten erörterten auch Themen wie Tokenisierung, die Modernisierung von Zahlungssystemen und den G20-Plan für grenzüberschreitende Zahlungen.
Regulatorische Entwicklungen und Herausforderungen
Die britischen Vertreter gaben ein Update zur Digitalstrategie der Wholesale Financial Markets des Landes und zur Ernennung von Christopher Woolard als Champion für Wholesale Digital Markets. Das Treffen brachte zwar keine neuen Vorschriften oder verbindlichen Vereinbarungen hervor, jedoch bekräftigten beide Seiten die Unterstützung für die verantwortungsvolle Nutzung und das Wachstum digitaler Vermögenswerte in Verbindung mit Verbraucherschutz und finanzieller Stabilität, so die offizielle Erklärung der Arbeitsgruppe.
Die Gespräche finden statt, während die USA von der Gesetzgebung zu Stablecoins zur Umsetzung übergehen, was Emittenten und Finanzinstituten einen klareren Weg zur Einhaltung der föderalen Vorschriften eröffnet. Das Vereinigte Königreich arbeitet noch an seinem eigenen regulatorischen Rahmen. Die FCA wird voraussichtlich die Emission, Verwahrung und den Handel mit qualifizierten britischen Stablecoins überwachen, während die Bank of England Stablecoins, die als systemisch wichtig erachtet werden, gemeinsam regulieren wird.
Risiken und regulatorische Konvergenz
Diese Koordination könnte für US-Stablecoin-Emittenten, die Zugang zu britischen Zahlungs- und Kapitalmärkten suchen, von Bedeutung sein. Unterschiede in den Reservenanforderungen, Verwahrungsregeln und Insolvenzschutzmaßnahmen könnten Emittenten sonst zwingen, separate Strukturen in jedem Land aufrechtzuerhalten. Die beiden Regierungen sprachen dieses Risiko in einer separaten Erklärung vom 14. Juli der Transatlantischen Taskforce für Märkte der Zukunft an. Sie erklärten, dass ihr Ziel darin besteht, Konvergenz zu fördern, wo es angemessen ist, ohne den nationalen Regulierungsprozess eines der beiden Länder zu ersetzen.
„Stablecoins, die als Geld gehalten werden, sollten vollständig gedeckt sein“
Die gemeinsame Erklärung zu Stablecoins forderte eine Deckung von mindestens eins zu eins mit hochwertigen liquiden Vermögenswerten, segregierten Reserven und zeitgerechter Rückzahlung. Zudem wurde vorgeschlagen, einen Weg zu erkunden, damit Stablecoins, die in einer Jurisdiktion ausgegeben werden, in den Markt der anderen Jurisdiktion eintreten können.
Änderungen und zukünftige Entwicklungen
Die Bank of England hat bereits einige ihrer restriktiveren Vorschläge zu Stablecoins nach Rückmeldungen aus der Branche überarbeitet. Im Juni gab die Zentralbank die vorgeschlagenen Höchstgrenzen für den Besitz pro Coin von 20.000 £ für Einzelpersonen und 10 Millionen £ für Unternehmen auf. Diese wurden durch eine vorübergehende Ausgabegrenze von 40 Milliarden £ für jeden systemischen Stablecoin ersetzt, die es den Nutzern ermöglicht, ohne individuelle Grenzen zu transagieren.
Die Bank reduzierte auch den Anteil der Reserven, den systemische Emittenten als nicht verzinsliche Zentralbankeinlagen halten müssen, von 40 % auf 30 %. Die verbleibenden 70 % können im Rahmen des steady-state Rahmens in kurzfristige britische Staatsanleihen gehalten werden. Diese Änderungen bringen das Vereinigte Königreich näher an die gemeinsame US-UK-Position, dass Reserveregeln die Inhaber schützen sollten, ohne Barrieren zu schaffen, die Stablecoin-Geschäfte wirtschaftlich untragbar machen.
Die Bank of England plant, ihren Code für systemische Stablecoins bis Ende 2026 abzuschließen. Die nächste Phase wird davon abhängen, wie die US-Behörden den GENIUS Act umsetzen und ob die beiden Länder ihre gemeinsamen Prinzipien in formelle Marktzugangsregelungen umsetzen.
Offene Fragen und Ausblick
Wichtige ungelöste Fragen betreffen die Behandlung von im Ausland ausgegebenen Stablecoins, die regulatorische Anerkennung zwischen den Jurisdiktionen, die Verwahrung von Reserven und Verfahren für grenzüberschreitende Emittenteninsolvenzen. Die Financial Regulatory Working Group plant, sich Anfang 2027 erneut zu treffen. Bis dahin bieten die Empfehlungen vom Juli eine politische Richtung, anstatt ein einheitliches transatlantisches Regime zu schaffen, was die Emittenten den separaten Anforderungen der USA und des Vereinigten Königreichs unterwirft.