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Warum Kryptowährungen rund um die Uhr gehandelt werden können, während Aktien weiterhin auf Handelszeiten beschränkt sind

vor 11 Stunden
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Einführung in den 24-Stunden-Handel

Bitcoin kann am Sonntagmorgen um 10 % steigen, während Apple zur gleichen Zeit nicht an der Nasdaq gehandelt werden kann. Der Grund dafür liegt nicht in der Technologie, denn Börsen könnten durchaus rund um die Uhr online bleiben. Die Herausforderung liegt vielmehr in der Infrastruktur, die hinter jedem Handel steht: Broker, Market Maker, Clearinghäuser, Verwahrer, Banken und Systeme für Unternehmensaktionen.

Kryptowährungen vs. US-Aktien

Kryptowährungen wurden um kontinuierlich betriebene Netzwerke herum entwickelt, während US-Aktien auf festgelegte Handelstage angewiesen sind. Diese Lücke beginnt sich jedoch zu schließen. Die SEC führt derzeit Gespräche über die Vorbereitungen für den 24-Stunden-Aktienhandel, einschließlich der Liquidität über Nacht, der Abwicklung und der Prozesse für Schlusskurse.

Bitcoin ist nicht an die Geschäftstage in New York gebunden. Transaktionen können jederzeit abgewickelt werden, solange das Netzwerk aktiv ist, und Krypto-Börsen können Käufer und Verkäufer rund um die Uhr zusammenbringen. Aktien hingegen funktionieren anders. Die Hauptsitzung in den USA läuft weiterhin von 9:30 bis 16:00 Uhr ET, ergänzt durch Vor- und Nachbörsenhandel.

Die NYSE bewegt sich bereits in Richtung eines kontinuierlichen Handelsmodells und plant, etwa 23 Stunden am Tag, fünf Tage die Woche zu operieren. Dennoch ist 24-Stunden-Handel nicht dasselbe wie 24/7-Handel. Wochenenden bleiben eine Herausforderung, da Banken, Clearing-Systeme und institutionelle Abläufe weiterhin den regulären Geschäftstagsplänen folgen.

Herausforderungen des Übernachtmarktes

Angenommen, jemand kauft um 2 Uhr morgens Nvidia-Aktien. Die Bestellung abzugleichen ist zwar einfach, aber alles, was hinter diesem Prozess steht, normal am Laufen zu halten, ist komplizierter. Übernachtmärkte haben in der Regel weniger Käufer, Verkäufer und Market Maker, was zu größeren Spreads und stärkeren Preisbewegungen bei kleineren Trades führen kann. Die Nasdaq hat festgestellt, dass der Handel über Nacht mit höheren Kosten und geringerer Liquidität verbunden sein kann.

Abwicklung und Unternehmensaktionen

Ein weiterer Aspekt ist die Abwicklung. US-Aktien werden auf T+1-Basis abgewickelt, was bedeutet, dass Bargeld und Wertpapiere normalerweise am nächsten Geschäftstag den Besitzer wechseln. Kontinuierlicher Handel erfordert daher, dass Broker, Verwahrer und die Clearing-Infrastruktur über längere Zeiträume hinweg synchronisiert bleiben.

Selbst wenn der Handel nahezu kontinuierlich wird, benötigen die Märkte weiterhin einen offiziellen Referenzpreis. Der Schlusskurs um 16 Uhr wird verwendet, um Fondswerte, Indexniveaus, Portfolioleistungen und viele Derivate zu berechnen. Aus diesem Grund untersucht die SEC auch die Prozesse für Schlusskurse und nicht nur die Verlängerung der Handelszeiten.

Unternehmensaktionen stellen ein weiteres Problem dar. Dividenden, Aktiensplits und Fusionen erfordern klare Daten und Eigentumsnachweise. Eine durchgehende Börse würde diese betrieblichen Anforderungen nicht einfach beseitigen. Die Tokenisierung könnte letztendlich einige dieser Herausforderungen vereinfachen.

Die Erklärung zu tokenisierten Aktien von Coinpaper zeigt, wie blockchain-basierte Wertpapiere Handel und Abwicklung enger miteinander verknüpfen können, während die NYSE auch eine Plattform für tokenisierte Wertpapiere erkundet, die auf kontinuierlichem Handel basieren.

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