Einführung in die Krypto-Angebote brasilianischer Banken
Itaú, die größte Bank Brasiliens nach verwaltetem Vermögen, bietet jetzt über ihre Investment-App 15 verschiedene Krypto-Assets an, darunter Bitcoin, Ethereum und den an den Dollar gebundenen Stablecoin USDC. Nubank, die größte Fintech-Bank in Brasilien, listet sogar 28 Krypto-Assets. Banco do Brasil, die profitabelste öffentliche Bank des Landes, die im Januar damit begann, ihren Kunden den direkten Kauf von Bitcoin und Ethereum zu ermöglichen, berichtete laut Folha de S.Paulo, dass der Service bereits mehr als 11 Millionen Reais (2,1 Millionen Dollar) an Transaktionen abgewickelt hat. Keines dieser Gelder berührt die Bilanzen der Banken.
Wachstum des Krypto-Marktes in Brasilien
Unterlagen der Zentralbank aus dem März 2026, die von Folha überprüft wurden, zeigen, dass brasilianische Banken keine Bestände an virtuellen Vermögenswerten in ihren Büchern führen, obwohl sie Krypto im Auftrag der Kunden verwahren und verarbeiten können.
Die Regale wurden kürzlich aufgefüllt: Seit letztem Jahr haben Itaú, Bradesco, Santander, Banco do Brasil und Nubank ihre Krypto-Angebote erweitert, um den Rekordlauf im zugrunde liegenden Markt nachzuvollziehen. Laut Daten der Receita Federal, der brasilianischen Bundessteuerbehörde, haben Brasilianer im Jahr 2025 insgesamt 505,5 Milliarden R$ (98,7 Milliarden Dollar) über Krypto bewegt – mehr als das Fünffache des Betrags, der 2020 verzeichnet wurde. Die meisten Transaktionen wurden von Unternehmen durchgeführt. Die Unternehmens-Krypto-Transaktionen beliefen sich im letzten Jahr auf 497 Milliarden R$ (97 Milliarden Dollar) – 98,3 % des Volumens, das die Receita Federal verfolgte – während private Investoren den Rest ausmachten.
Regulatorische Veränderungen und deren Auswirkungen
Diese Expansion folgt einem regulatorischen Wandel: Brasilien verabschiedete 2022 einen Rechtsrahmen für virtuelle Vermögenswerte, der der Zentralbank die Autorität über den Sektor übertrug. Drei Resolutionen, die die Bank im November 2025 veröffentlichte, gaben dieser Autorität Nachdruck. Jedes Unternehmen, das es Kunden erlaubt, Krypto zu handeln, zu halten oder zu senden, benötigt jetzt eine Lizenz, eine Mindestkapitalreserve und segregierte Kundenkonten, mit einer Frist bis zum 30. Oktober zur Einhaltung.
Eine dieser Regeln, Resolution 521, behandelt jeden Kauf oder Tausch eines an den Dollar gebundenen Tokens als Devisengeschäft, was dieselbe Berichtspflicht zur Folge hat, die für das Senden von Geld ins Ausland gilt. Diese Änderung brachte Stablecoins, die Dollar-Alternativen im Krypto-Bereich, direkt ins Blickfeld der Zentralbank.
Reaktionen der Banken auf regulatorische Klarheit
„Klarere Regeln ließen sie sicherer fühlen, ihre Produkte auf den Markt zu bringen.“
Diese Klarheit überzeugte die Banken zum Handeln, sagte Carlos Akira Sato, Mitbegründer der Beratung Syscapital, gegenüber Folha. Brasilianische Banken sind typischerweise konservativ gegenüber neuen Märkten, und klarere Regeln ließen sie „sicherer fühlen, ihre Produkte auf den Markt zu bringen“. Banco Safra, eine kleinere Bank, die sich auf wohlhabende Kunden konzentriert, wagte den kühnsten Schritt und gab im September 2025 ihren eigenen an den Dollar gebundenen Stablecoin, Safra Dólar, heraus und behielt die vollständige Verwahrung im Haus. Die Bank vermarktet ihn als Möglichkeit für Kunden, Dollar-Engagements zu halten, ohne ein Konto im Ausland eröffnen zu müssen.
Der Weg in die Zukunft
Dies passt in ein breiteres Muster von Banken, die selbst Stablecoin-Infrastrukturen aufbauen, anstatt dieses Geschäft an krypto-native Unternehmen zu übergeben. Proprietäres Engagement existiert nur, wenn eine Bank Krypto mit ihrem eigenen Geld kauft und das Preis-, Liquiditäts- und Kreditrisiko übernimmt, das damit einhergeht. Nach diesem Standard hat bisher keine der Banken in Brasilien den Schritt in den Besitz gewagt. Krypto an Kunden zu verkaufen, die danach fragen, ist etwas anderes, als das eigene Geld der Bank darauf zu setzen.
Mit rund 120 Krypto-Unternehmen, die in Brasilien tätig sind, von denen die meisten noch ohne Lizenz sind und darauf drängen, die Frist vom 30. Oktober 2026 einzuhalten, sind die Banken, die bereits die Compliance-Hürde genommen haben, in einer besseren Position, um ihr Angebot zu erweitern.