Position der Federal Reserve zu digitalen Vermögenswerten
Der Vorsitzende der Federal Reserve, Kevin Warsh, hat eine klare Position zur Rolle der Zentralbank im Bereich digitaler Vermögenswerte bezogen. Während einer kürzlichen Anhörung im Kongress erklärte er den Investoren, dass die Fed nicht die Absicht hat, Krypto-Unternehmen im Falle einer Finanzkrise zu retten. Warsh betonte, dass das Ziel der Federal Reserve darin besteht, systemische Risiken zu verhindern, anstatt nach dem Auftreten von Problemen Notfallhilfe zu leisten.
„Wir wollen nicht im Rettungsgeschäft sein“, sagte Warsh. „Wir wollen in einer Position sein, in der wir niemanden retten, einschließlich Krypto.“
Kryptowährungen im Finanzsystem
Während seiner Bestätigungsanhörung im Senat im April machte Warsh deutlich, dass Kryptowährungen nicht außerhalb des Finanzsystems existieren sollten. Stattdessen sieht er Krypto als integralen Bestandteil der modernen Finanzwelt.
„Digitale Vermögenswerte sind bereits Teil des Gefüges unserer Finanzdienstleistungsbranche in den Vereinigten Staaten“, erklärte Warsh gegenüber den Gesetzgebern.
Digitale Zentralbankwährung und Inflation
Bei derselben Anhörung sprach sich Warsh auch gegen die Einführung einer digitalen Zentralbankwährung (CBDC) in den USA aus. Laut dem Fed-Chef sei dies „eine schlechte politische Entscheidung“, was im Einklang mit der Haltung der meisten republikanischen Kongressabgeordneten steht.
Die Anhörung am Dienstag konzentrierte sich zudem auf Inflation und die breitere Wirtschaft. Warsh warnte davor, zu viel in den Inflationsbericht von Juni hineinzuinterpretieren, und argumentierte, dass die Daten eines einzelnen Monats keinen Sieg über die Inflation signalisieren.
„Es ist ein Datenpunkt… Ich möchte die Daten nicht überinterpretieren oder selektiv auswählen“, sagte Warsh. „Es könnte einige geben, die sich die Daten von heute Morgen ansehen und sagen: ‚Nun, Mission erfüllt, alles ist großartig.‘ Das ist nicht meine Ansicht.“
Er betonte, dass die Rückführung der Inflation auf das Ziel von 2 % der Fed nach wie vor die oberste Priorität der Zentralbank bleibt und versprach, unabhängig von politischem Druck zu handeln.
Reflexionen und technologische Entwicklungen
Während der Anhörung reflektierte Warsh auch über die Lehren, die er von seinen fünf Vorgängern als Fed-Vorsitzender gezogen hat.
„Ich habe von jedem von ihnen besondere Lektionen gelernt, ich kann nur mein eigener Mann sein.“
Der Fed-Vorsitzende äußerte zudem Optimismus über die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz und argumentierte, dass diese Technologie die Produktivität der USA erheblich steigern könnte.
„Amerika wird reicher und produktiver aus diesem KI-Zyklus hervorgehen, wenn sich historische Technologietrends wiederholen.“
Gleichzeitig warnte er, dass die Vereinigten Staaten mit den schnellen Fortschritten in der Quantencomputing-Technologie Schritt halten müssen.
„Wir haben enormes Talent auf Bundesebene, aber wir müssen mit ihm vorankommen“, sagte Warsh und beschrieb die Quantentechnologie als einen Bereich, der größere nationale Aufmerksamkeit erfordert.