ICE und die Zukunft der Onchain-Permanentfutures
Jeffrey Sprecher, CEO der Intercontinental Exchange (ICE), hat betont, dass das Unternehmen eine gleichwertige regulatorische Behandlung anstrebt, während es die Möglichkeiten im schnell wachsenden Markt für Onchain-Permanentfutures evaluiert. Bei einer Bernstein-Konferenz am 27. Mai erklärte Sprecher, dass die Intercontinental Exchange mit Regulierungsbehörden über blockchain-basierte Permanentfutures diskutiert hat und mehrere Treffen mit dem Hyperliquid-Team abgehalten hat, um den dynamischen Sektor besser zu verstehen.
Regulatorische Gespräche und Marktinteresse
Sprecher’s Kommentare kommen nur wenige Wochen nachdem Bloomberg berichtete, dass ICE und die CME Group mit Beamten des Kapitols über potenzielle Risiken im Zusammenhang mit den Märkten von Hyperliquid gesprochen hatten, insbesondere über die Risiken, die mit dem globalen Ölhandel verbunden sind. Laut Sprecher waren diese Diskussionen kein Versuch, Hyperliquid ins Visier zu nehmen, sondern Teil von ICEs Bemühungen, herauszufinden, ob bestehende Vorschriften ähnliche Produkte zulassen würden.
„Was wir den Regulierungsbehörden sagen, ist: ‚Können wir das tun?‘ Warum verbieten Sie uns, das zu tun, wenn es bereits passiert? Und können wir nicht ein gleiches Spielfeld haben?“ – Jeffrey Sprecher
Anstatt Onchain-Plattformen als Wettbewerber zu betrachten, mit denen man konkurrieren muss, hat ICE laut Sprecher direkt mit ihnen zusammengearbeitet. Er betonte, dass der Börsenbetreiber lernt, wie dezentrale Permanentmärkte funktionieren, während er Krypto-nativen Unternehmen hilft, die traditionellen Derivatemärkte zu verstehen.
„Wir sind darüber nicht aufgeregt. Wir sprechen tatsächlich mit diesen Leuten und lernen von ihnen.“
Wachsende Handelsaktivitäten und geopolitische Einflüsse
Das Interesse von ICE kommt zu einem Zeitpunkt, an dem blockchain-basierte Permanentfutures wachsende Volumina von Händlern anziehen, die ununterbrochenen Zugang zu Märkten suchen. Anfang dieses Monats bemerkten JPMorgan-Analysten, dass Hyperliquid eine steigende Aktivität von Nicht-Krypto-Teilnehmern verzeichnete, die seine 24-Stunden-Märkte nutzen, um Öl-Engagements außerhalb der traditionellen Handelszeiten zu handeln.
Sprecher erklärte, dass die jüngsten geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zusätzliche Aufmerksamkeit auf den Handel am Wochenende gelenkt haben, da bedeutende Entwicklungen oft stattfinden, wenn die konventionellen Märkte geschlossen sind. Gleichzeitig hat ICE Beziehungen zu Krypto-Unternehmen aufgebaut, die bereits im Sektor tätig sind. In der vergangenen Woche kündigte das Unternehmen Pläne mit OKX an, um Öl-Permanentverträge zu starten, die an die ICE Brent Crude- und WTI Crude-Benchmarks gekoppelt sind. ICE hat auch in OKX zu einer Bewertung von 25 Milliarden Dollar investiert und einen Sitz im Vorstand des Unternehmens gesichert.
Regulierung und Marktentwicklung
Darüber hinaus hat ICE die Prognosemarkt-Plattform Polymarket unterstützt, einschließlich einer Investition von 600 Millionen Dollar, die im März angekündigt wurde. Sprecher fügte hinzu, dass die Regulierungsbehörden letztendlich entscheiden müssen, wie blockchain-basierte Permanentfutures in bestehende Finanzregeln integriert werden können. Laut Sprecher könnten die politischen Entscheidungsträger einen speziellen Rahmen für Permanentfutures schaffen oder sie unter bestehenden Swap-Vorschriften, wie dem Dodd-Frank-Gesetz in den USA und den EMIR-Regeln in Europa, klassifizieren.
Das Hyperliquid Policy Center, eine US-Interessengruppe, die das Protokoll unterstützt, hat argumentiert, dass kontinuierlicher Handel die Markteffizienz verbessert, indem Unterbrechungen zwischen traditionellen Handelssitzungen beseitigt werden und die Preisfindung rund um die Uhr stattfinden kann. Ein weiterer Bereich, der Aufmerksamkeit erregt, betrifft den Handel auf privaten Märkten auf Blockchain-Plattformen. Sprecher verwies auf den erwarteten SpaceX-IPO am 11. Juni als einen realen Test dafür, ob die Preise, die durch Onchain-Märkte entdeckt werden, öffentliche Listings beeinflussen.
Laut Sprecher könnte das bevorstehende öffentliche Listing von SpaceX am 11. Juni Einblicke darüber geben, ob die in Onchain-Märkten entdeckten Preise die Bewertungen traditioneller IPOs beeinflussen.