Einführung
Die MUFG Bank, die Sumitomo Mitsui Banking Corporation und die Mizuho Bank haben angekündigt, im Geschäftsjahr 2026 mit Live-Transaktionen eines gemeinsam ausgegebenen Stablecoins zu beginnen. Das Geschäftsjahr in Japan endet im März 2027. Die Banken haben ein Memorandum zur Gründung eines freiwilligen Rates unterzeichnet, der den Betriebs- und Governance-Rahmen für das Projekt vorbereiten wird. Dieses Vorhaben folgt einem regulatorischen Pilotprojekt, das von der japanischen Finanzdienstleistungsbehörde (FSA) unterstützt wird.
Struktur des Stablecoins
Der Stablecoin wird durch einen Treuhandvertrag ausgegeben, wobei die Banken als gemeinsame Emittenten fungieren und eine Treuhandbank oder eine ähnliche Institution als Treuhänder agiert. Diese Struktur ermöglicht es den Banken, einen gemeinsamen Ausgabe-Rahmen zu nutzen, anstatt separate Token zu entwickeln. In der offiziellen Erklärung wurden keine Informationen zur Ausgabegröße des Tokens, zum verwendeten Blockchain-Netzwerk, zu den Bedingungen für den Einzelhandelszugang oder zum genauen Rollout-Datum bereitgestellt.
„Die drei Banken werden ihre Initiativen beschleunigen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.
Der Rat wird die Infrastruktur für die Ausgabe, das Systemdesign, die Governance und die Betriebsprozesse prüfen. Zudem wird er die japanischen Gesetze und Marktbedingungen analysieren, bevor die Live-Transaktionen beginnen. MUFG, SMBC und Mizuho werden zunächst den Rat einrichten und könnten später mit anderen Finanzinstituten und verwandten Unternehmen zusammenarbeiten, die dem Stablecoin-Rahmen beitreten möchten.
Ziele und Herausforderungen
Die Banken haben das Ziel, mehrere Zahlungsanwendungen zu unterstützen, anstatt nur einen begrenzten Test durchzuführen. Allerdings wurden die ersten kommerziellen Nutzer noch nicht benannt, und es ist unklar, ob sich die ersten Transaktionen ausschließlich auf Unternehmenszahlungen konzentrieren werden. Die FSA unterstützte den Proof-of-Concept im November 2025, der die gemeinsame Ausgabe von Stablecoins und grenzüberschreitende Zahlungen untersuchte, an denen die japanischen und ausländischen Büros der Mitsubishi Corporation beteiligt waren.
Die Mitsubishi UFJ Trust and Banking Corporation verwaltete die geplante treuhandbasierte Ausgabestruktur, während Progmat die Blockchain-Infrastruktur lieferte. Die drei Banken entwickelten Anforderungen und Bewertungsstandards. Der Pilot überprüfte auch die rechtliche Konformität und den Verbraucherschutz.
Regulatorische Rahmenbedingungen
Das japanische Zahlungsgesetz erlaubt es Stablecoins, als regulierte elektronische Zahlungsmittel zu fungieren, sofern die Emittenten die erforderlichen Struktur- und Reserveregeln einhalten. Das gemeinsame Bankenprojekt tritt in einen Markt ein, der bereits andere regulierte Yen-Token-Pläne umfasst. JPYC startete im Oktober 2025 einen yen-gestützten Stablecoin, während SBI Holdings und Startale ebenfalls an einem institutionellen Yen-Stablecoin arbeiten.
Politische Unterstützung und Zukunftsausblick
Die regierende Liberaldemokratische Partei Japans hat einen breiteren Einsatz von Yen-Stablecoins, tokenisierten Einlagen und Rund-um-die-Uhr-Abrechnungen gefordert. Der Plan unterstützt auch klarere Regeln für Steuerzahlungen, Löhne und Unternehmensanwendungen. Das Projekt der drei Banken könnte einen gemeinsamen Abwicklungsweg für große Unternehmenskunden schaffen. Der Fortschritt hängt jedoch vom endgültigen Design des Rates, der regulatorischen Überprüfung und den Verbindungen zu bestehenden Zahlungssystemen ab.