Krypto-Regulierungsbehörde von New York und EU koordinieren Stablecoin-Regeln
Die führende Krypto-Regulierungsbehörde von New York hat einen transatlantischen Kurs zur Schaffung umfassender Stablecoin-Regeln eingeschlagen und am Dienstag ihre regulatorischen Bemühungen mit der Europäischen Union abgestimmt. In einem 22-seitigen Memorandum of Understanding haben das New York Department of Financial Services (NYDFS) und die European Banking Authority (EBA) Verfahren festgelegt, die den Austausch von Aufsichts- und vertraulichen Informationen im Zusammenhang mit dem 314 Milliarden Dollar schweren Sektor erleichtern sollen.
In einer Erklärung bezeichnete die NYDFS diese Maßnahme als Versuch, die Aufsicht zu verbessern, Markttrends und -risiken zu identifizieren sowie die Marktintegrität zu fördern. Die Regulierungsbehörde, die seit langem strenge Standards unter ihrem notorisch strengen BitLicense-Regime aufrechterhält, stellte klar, dass der Umfang der Initiative auf Maßnahmen beschränkt ist, die Unternehmen unter ihrer Aufsicht ergreifen können.
Auswirkungen auf den internationalen Kapitalfluss
Die Vereinbarung verdeutlicht nicht nur, wie Stablecoins den Kapitalfluss über Grenzen hinweg erleichtern, sondern auch, wie sie die Grenzen zwischen Behörden in unterschiedlichen Jurisdiktionen verwischen – insbesondere in Krisensituationen. Im Falle einer Notlage, wie etwa ernsthaften operationellen oder finanziellen Schwierigkeiten von beaufsichtigten Unternehmen, werden die NYDFS und die EBA versuchen, Probleme so schnell wie möglich gegenseitig zu kennzeichnen und die Reaktionen in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen zu koordinieren.
„Dies bedeutet, dass die Regulierungsbehörden sich verpflichtet haben, einander vor Problemen zu warnen, die aus dem Atlantik stammen könnten.“
Auf Anfrage sind die Behörden bereit, Informationen über zivil- oder strafrechtliche Ermittlungen auszutauschen. Beispielsweise könnte ein Stablecoin „entkoppeln“ und zu einem Rabatt gegenüber der Währung handeln, die er zu repräsentieren versucht. Im Jahr 2023 fiel der an den Dollar gebundene USDC-Stablecoin von Circle kurzzeitig auf 87 Cent, nachdem das Unternehmen bestätigt hatte, dass es von dem Zusammenbruch der Silicon Valley Bank betroffen war.
Warnungen der Europäischen Zentralbank
Die Koordination erfolgt, während die Beamten der Europäischen Zentralbank einen vorsichtigen Ton anschlagen. Letzte Woche warnte das Vorstandsmitglied Isabel Schnabel, dass Stablecoins „dem Risiko von Bankruns ausgesetzt sind“ und die monetäre Souveränität sowie die wirtschaftliche Kontrolle Europas gefährden könnten. „Heute sind praktisch alle im Umlauf befindlichen Stablecoins in Dollar denominiert“, bemerkte sie auf einer Konferenz in Südkorea. „Andere Währungen spielen eine vernachlässigbare Rolle.“
Bemerkenswerterweise ist die Vereinbarung zwischen der NYDFS und der EBA rechtlich nicht bindend. Dennoch bezeichnete die amtierende Superintendentin der NYDFS, Kaitlin Asrow, die internationale Koordination als „essenziell für den Bereich digitaler Vermögenswerte“ in einer Erklärung.