Kritik an Stablecoin-Zahlungen
Der langjährige Kritiker von Kryptowährungen, U.S. Rep. Brad Sherman (D-CA-32), äußerte während einer Anhörung des Hauses zu Bankregulierungsbehörden am Donnerstag seine Bedenken hinsichtlich der Regierungs-Stablecoin-Zahlungen. Er argumentierte, dass diese Zahlungen Steuerhinterziehung erleichtern könnten.
Regierungszahlungen in Stablecoins
Im Rahmen der Anhörung zur Aufsicht über prudenzielle Regulierungsbehörden stellte der Vorsitzende der National Credit Union Administration, Kyle Hauptman, die Möglichkeit in den Raum, dass die Bundesregierung Geld in Stablecoins verteilen könnte. Er wies darauf hin, dass Stablecoins rund um die Uhr abgerechnet werden, im Gegensatz zu traditionellen Zahlungswegen, die an Geschäftstage gebunden sind. Hauptman schlug vor, dass „Steuerrückerstattungen möglicherweise an Sonntagen oder Feiertagen ankommen könnten“ und dass Notfallstimuluszahlungen „zeitgerechter und sicherer“ bereitgestellt werden könnten.
Sherman entgegnete, dass er „keine schlechtere Idee“ finden könne und argumentierte, dass Regierungszahlungen in Stablecoins „eine Alternative zum US-Dollar heiligen würden, eine Alternative, die darauf ausgelegt ist, eine Steuerhinterziehungswirtschaft zu fördern.“
Hauptman stellte Dollar-gebundene Token als ein Werkzeug dar, um den Dollar gegen Rivalen in Peking, Teheran und Moskau zu verteidigen und den „globalen Status“ des Dollars durch die Ankurbelung der Nachfrage nach Staatsanleihen aufrechtzuerhalten.
Warnungen zu Stablecoin-Renditen
Auch das Thema der Stablecoin-Rendite kam zur Sprache, wobei Sherman warnte, dass „die klügsten, oder zumindest die bestbezahlten Anwälte des Landes“ bereits nach Schlupflöchern für Zinszahlungen auf Stablecoins suchten. Er forderte die Aufsichtsbehörden auf, „Regulierungen zu schreiben, die dem standhalten.“
Konfrontation während der Anhörung
Während der Anhörung verteidigte auch der Comptroller of the Currency, Jonathan Gould, den Umgang seiner Behörde mit dem Antrag auf eine nationale Treuhandbanklizenz von der Trump-verbundenen World Liberty Financial. Die Anhörung des House Financial Services Committee wurde konfrontativ, als Rep. Gregory Meeks (D-NY-5) Goulds Unabhängigkeit direkt in Frage stellte und fragte, ob er „für das amerikanische Volk oder für die Trump-Familie arbeite.“ Gould wies dies zurück und nannte Meeks’ Kommentare „unglücklich und ohne Präzedenzfall“ und fügte hinzu: „Ihre Versuche, mich weiterhin unter Druck zu setzen, sind der einzige politische Druck, den ich von jemandem außerhalb Ihrer Senatskollegen verspürt habe.“
Fortschritte bei der Aufsicht über Stablecoins
Über das Thema World Liberty hinaus skizzierten die Bundesregulierungsbehörden Fortschritte bei der Aufsicht über Stablecoins im Rahmen des GENIUS-Gesetzes, das letzten Sommer verabschiedet wurde. FDIC-Vorsitzender Travis Hill erklärte, dass seine Behörde und andere in naher Zukunft Anforderungen zur Kundenidentifikation für Stablecoin-Emittenten vorschlagen werden. Diese regulatorischen Entwicklungen erfolgen, während Krypto-Unternehmen weiteren Zugang zur traditionellen Bankinfrastruktur erhalten.
Falcon Finance startete am Mittwoch seinen fUSD-Stablecoin mit Anchorage Digital – der ersten bundesstaatlich lizenzierten Krypto-Bank – als GENIUS-konformes Zahlungsmittel. Die Federal Reserve hat auch der Krypto-Börse Kraken ein Master-Konto gewährt – wenn auch mit einigen Einschränkungen, ähnlich dem „dünnen“ Master-Konto, das der Vorstand der Fed im letzten Jahr vorgeschlagen hatte.
World Liberty Financial behauptete letzten Monat, dass das Unternehmen „in den letzten Zügen“ der Erhalt von bedingter Genehmigung sei, während es aufrechterhielt, dass die Söhne von Trump das Projekt trotz regulatorischer Herausforderungen nicht aufgegeben hätten. Genehmigungen für Banklizenzen für Krypto-Unternehmen sind zu einem politischen Streitpunkt geworden, wobei Senatorin Elizabeth Warren (D-MA) Genehmigungen für Unternehmen wie Coinbase und Ripple als illegal bezeichnete. Das Trump-Weiße Haus hat unterdessen die Fed beauftragt, den Zugang von Krypto-Unternehmen zu Master-Konten zu überprüfen und die Bundesregulierungsbehörden angewiesen, „übermäßig belastende und fragmentierte Vorschriften und Aufsichtspraktiken“ abzubauen.