SEC-Klage gegen Nathan Fuller
Die SEC hat den texanischen Einwohner Nathan Fuller wegen eines angeblichen AI-Krypto-Arbitrage-Schemas angeklagt, das dreistellige Renditen innerhalb von Wochen versprach. Die US-Wertpapieraufsichtsbehörde beschuldigt Fuller, ein betrügerisches Kryptowährungshandelschema orchestriert zu haben, das zwischen Oktober 2022 und Mitte 2024 etwa 12,3 Millionen Dollar von rund 150 Investoren über Unternehmen wie Privvy Investments gesammelt hat.
Vorwürfe gegen Fuller
Laut einer Mitteilung der Securities and Exchange Commission (SEC) habe Fuller den Investoren versichert, er habe einen proprietären, von künstlicher Intelligenz betriebenen Hochfrequenz-Arbitrage-„Handelsroboter“ entwickelt, der außergewöhnliche, risikoarme Gewinne aus Krypto-Assets generieren könne. In Wirklichkeit soll Fuller jedoch Millionen von Dollar für persönliche Zwecke abgezweigt und einen von den Aufsichtsbehörden als Ponzi-Schema bezeichneten Betrieb geführt haben.
„Die Klage besagt, dass Fuller Investitionsverträge vermarktete, die Renditen von „über 40 bis 50 Prozent“ innerhalb von 30 bis 45 Tagen versprachen und in einigen Fällen „garantierte“ Renditen von mehr als 100 Prozent in nur 21 Tagen anboten.“
Diese Ansprüche übertreffen selbst die aggressivsten Renditeangebote während früherer Zyklen spekulativer Krypto-Manie, wie den Zusammenbruch von Mirror Trading International und anderen arbitragebezogenen Schemen, die von der SEC markiert wurden. Die Aufsichtsbehörden behaupten, der hochgelobte AI-Handelsroboter „operierte nicht wie beworben“. Statt den Großteil des Kapitals in legitime Kryptowährungsmärkte zu investieren, soll Fuller angeblich mindestens 6,2 Millionen Dollar der Investorengelder für persönliche Ausgaben wie Luxusgüter und Reisen veruntreut haben, während er etwa 5,5 Millionen Dollar verwendete, um Auszahlungen an frühere Investoren zu leisten, was die klassischen Geldflüsse eines Ponzi-Schemas nachahmt.
Methoden zur Täuschung
Die Klage der SEC beschreibt ein Muster gefälschter Kontoauszüge, gefälschter Dokumente und falscher Leistungsupdates, die verwendet wurden, um Investoren zu beruhigen und neue Opfer zu ködern. Dies ähnelt den jüngsten Durchsetzungsmaßnahmen gegen AI-markierte Krypto-Betrügereien, die gefälschte Handels-Dashboards, manipulierte Screenshots und geskriptete Chatgruppen-„Testimonials“ verwendeten, um Benutzer in betrügerische Plattformen zu locken.
Gerichtsdokumente, die von ChainCatcher zitiert wurden, weisen darauf hin, dass Fuller diese Produkte über mehrere Fahrzeuge verkauft hat, die mit Privvy Investments verbunden sind. Dies ist Teil einer breiteren Welle von AI-infundiertem Marketing, die seit 2023 sowohl die traditionellen als auch die digitalen Vermögensmärkte erfasst hat und bereits mehrere Durchsetzungsmaßnahmen wegen irreführender Praktiken gegen Privatanleger nach sich gezogen hat.
Rechtliche Konsequenzen
Die SEC strebt dauerhafte Unterlassungsverfügungen, die Rückgabe dessen, was sie als unrechtmäßig erworbene Gewinne bezeichnet, zuzüglich Zinsen, und zivilrechtliche Strafen gegen Fuller an. Damit setzt sie eine langanhaltende Bekämpfung von Krypto-ähnlichen Ponzi-Operationen fort, die sich in technischem Jargon kleiden, von frühen bitcoin-basierten Schemen bis hin zu neueren „AI-Handels“-Clubs, die risikofreie Renditen versprechen.
„In einem früheren Bericht von crypto.news über SEC-Maßnahmen gegen AI-etikettierte Handelsplattformen warnten die Aufsichtsbehörden, dass garantierte zweistellige monatliche Renditen in Krypto oder einer anderen Anlageklasse ein Warnsignal sind.“
Dieses Muster spiegelt sich fast genau in den Vorwürfen gegen Fuller wider. An anderer Stelle hat crypto.news dokumentiert, wie Gerichte zunehmend verweigern, Insolvenz als Zufluchtsort für Krypto-Betrüger zu behandeln. Richter verweigern die Entlastung, wenn sie versteckte Vermögenswerte oder gefälschte Aufzeichnungen finden. Fuller sieht sich bereits in parallelen Verfahren über die Finanzen von Privvy mit diesen Herausforderungen konfrontiert.
Eine separate Analyse von crypto.news hat zudem aufgezeigt, wie AI-Hype als Deckmantel für altmodische Ponzi-Architektur dient, die in algorithmischem Jargon verkleidet ist. Angesichts der neuesten Klage der SEC und des breiteren Musters der Durchsetzung sind Investoren, die von AI-themenbasierten Arbitrage-Angeboten angezogen werden, erneut daran erinnert, dass jedes Versprechen von dreistelligen Renditen innerhalb weniger Wochen, insbesondere in undurchsichtigen Krypto-Strategien, weitaus wahrscheinlicher in Rechtsstreitigkeiten endet als in lebensverändernden Gewinnen.