Kritik an Stablecoins
Pablo Hernández de Cos, der Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS), äußerte sich kritisch über die Glaubwürdigkeit von Stablecoins für Zahlungen im großen Maßstab. Eine neue Studie des mit der BIS verbundenen Financial Stability Institute (FSI) zeigt zudem erhebliche Unterschiede in den regulatorischen Rahmenbedingungen für Stablecoin-Emittenten auf.
Unzuverlässigkeit von Stablecoins
Hernández de Cos stellte fest, dass Stablecoins als alltägliches Zahlungsmittel nicht zuverlässig sind, während Regierungen weltweit daran arbeiten, regulatorische Rahmenbedingungen für diese digitalen Token zu schaffen. Er betonte, dass tokenisierte Bankeinlagen eine stärkere und glaubwürdigere Alternative darstellen.
„Tokenisierte Einlagen bieten einen direkteren Weg, um die Vorteile der Tokenisierung zu nutzen und gleichzeitig die Grundlagen des monetären Systems zu bewahren.“
Regulatorische Herausforderungen
Diese Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Regulierungsbehörden weltweit mit der Einführung von Stablecoins kämpfen. Die FSI-Studie, die am Donnerstag veröffentlicht wurde, verglich die Regulierung von Stablecoins in den USA, der Europäischen Union, dem Vereinigten Königreich, Hongkong und Singapur und stellte signifikante Unterschiede fest, welche Entitäten Stablecoins ausgeben dürfen und welche zusätzlichen Geschäftstätigkeiten erlaubt sind.
Potenzielle Auswirkungen auf Verbraucher
Hernández de Cos räumte ein, dass Stablecoins potenziell die Kreditkosten für Regierungen senken könnten, ein Argument, das auch von US-Finanzminister Scott Bessent vorgebracht wurde. Allerdings könnten die Auswirkungen auf die Verbraucher unterschiedlich ausfallen. Wenn Kunden Bankeinlagen in Stablecoins umwandeln, könnten Banken mit höheren Finanzierungskosten konfrontiert werden, was zu höheren Kreditraten für Haushalte und Unternehmen führen könnte.
Interoperabilität und Geldwäschekontrollen
Er wies außerdem auf die begrenzte Interoperabilität zwischen Stablecoin-Plattformen hin und betonte die Herausforderungen bei der konsequenten Umsetzung von Geldwäschekontrollen. Die zunehmende Nutzung von an den US-Dollar gebundenen Stablecoins außerhalb der USA könnte zudem die monetäre Souveränität untergraben und die inländische Geldpolitik schwächen.
Regulatorische Ansätze in verschiedenen Jurisdiktionen
In den USA und Singapur gelten relativ restriktive Ansätze gegenüber Nicht-Banken-Emittenten. Nach dem US-GENIUS-Gesetz fallen Kreditvergabe, Staking, proprietäres Trading und die Verwahrung von Krypto-Assets Dritter im Allgemeinen nicht unter die erlaubten Aktivitäten für Emittenten von Zahlungstablecoins. Im Gegensatz dazu verfolgen Hongkong, das Vereinigte Königreich und die EU einen weniger restriktiven Ansatz und erlauben einige zusätzliche Aktivitäten mit separater Genehmigung oder regulatorischem Einverständnis.
Die Forscher fanden zudem heraus, dass die Beschränkungen in allen fünf Jurisdiktionen für die ausgebende Einheit gelten, jedoch nicht für die breitere Unternehmensgruppe. Das bedeutet, dass andere Mitglieder der Unternehmensgruppe Aktivitäten durchführen können, die der Stablecoin-Emittent selbst nicht ausführen darf.