Bits of Gold untersucht Cybervorfall
Bits of Gold, Israels regulierter Krypto-Broker, untersucht einen Cybervorfall, der möglicherweise die Identität und finanziellen Informationen seiner Kunden offengelegt hat. Der Vorfall ereignete sich durch unbefugten Zugriff auf ein drittes System, das für Support und Datenanalyse verwendet wird. Das Unternehmen informierte seine Kunden am 16. August und gab an, den Zugriff blockiert, das betroffene System von seinen Informationsquellen getrennt und die relevanten Behörden informiert zu haben, berichtete Calcalist.
Details des Vorfalls
Laut der Unternehmensmitteilung deutet die Überprüfung darauf hin, dass „möglicherweise auf bestimmte persönliche Informationen zugegriffen wurde“, darunter:
- Namen
- ID-Nummern
- E-Mail-Adressen
- Telefonnummern
- IP-Adressen
- Bankkontodaten
- öffentliche Krypto-Wallet-Adressen
Es wurde jedoch festgestellt, dass digitale Vermögenswerte, Kontopasswörter, gescannte Ausweisdokumente, vollständige Kreditkartendaten und CVV-Codes nicht betroffen waren. Bits of Gold erklärte zudem, dass „es bisher keine Hinweise“ darauf gebe, dass die potenziell offengelegten Informationen missbraucht wurden.
Umfang des Vorfalls
Das Unternehmen teilte mit, dass der Vorfall Teil eines umfassenderen Cyberereignisses sei, das ein Softwareunternehmen betreffe, das es nutzt, sowie andere Unternehmen weltweit. Calcalist berichtete, dass Hunderte von Unternehmen betroffen sein könnten und dass Bits of Gold nicht direkt ins Visier genommen wurde. Der Softwareanbieter wurde in den überprüften Offenlegungen nicht namentlich genannt.
Berichten zufolge könnte die potenziell betroffene Kundenzahl bei etwa 200.000 liegen, wobei diese Zahl mit Vorsicht zu betrachten ist. Die von Calcalist reproduzierte Kundenbenachrichtigung gibt nicht an, wie viele Datensätze tatsächlich zugegriffen wurden, während die Website des Unternehmens angibt, dass es mehr als 300.000 Kunden hat. Bits of Gold hat nicht öffentlich bestätigt, dass 200.000 Personen betroffen waren.
Risiken und Warnungen
Das Haupt-Risiko besteht eher in sozialer Manipulation als im Diebstahl von Kunden-Wallets durch den gemeldeten Vorfall selbst. Namen, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Bankinformationen und öffentliche Wallet-Adressen könnten Angreifern helfen, überzeugendere Phishing-Nachrichten zu erstellen, die Bits of Gold, einer Bank oder einem anderen Finanzdienstleister ähneln.
Das Unternehmen warnte seine Kunden ausdrücklich vor Phishing- und Identitätsbetrugsversuchen und forderte sie auf, keine Passwörter, Verifizierungscodes oder privaten Schlüssel bereitzustellen und kein Geld oder digitale Vermögenswerte als Reaktion auf unaufgeforderte Anfragen zu überweisen.
Regulatorisches Profil und weitere Entwicklungen
Die Warnung folgt einem weiteren Drittanbieter-Leck im Krypto-Sektor: Wie crypto.news berichtete, hat ein Vorfall bei ShipMonk persönliche Informationen von 13.689 Trezor-Kunden offengelegt, was ähnliche Bedenken hinsichtlich gezieltem Phishing aufwarf. Bits of Gold operiert unter der Finanzdienstleistungslizenz 56716 und gibt an, das erste aktive israelische Krypto-Unternehmen zu sein, das eine permanente Finanzdienstleistungslizenz von der Kapitalmarkt-, Versicherungs- und Sparbehörde erhalten hat.
Sein regulatorisches Profil erweiterte sich in diesem Jahr mit BILS, einem an den Schekel gebundenen Stablecoin. Bits of Gold erklärte, dass die Aufsichtsbehörden BILS am 27. April nach einem etwa zweijährigen Sandbox-Prozess für die Ausgabe und Verteilung genehmigt haben.
Aktuelle Maßnahmen und Ausblick
Bits of Gold erklärte, dass sein Sicherheitsteam eine umfassende Überprüfung mit einem spezialisierten Unternehmen für Cybervorfälle begonnen hat und weiterhin seine Systeme überwacht. Es wurde auch mitgeteilt, dass die relevanten Behörden informiert wurden. Die Dienste bleiben betriebsbereit, und das Unternehmen hat den Kunden mitgeteilt, dass derzeit keine Maßnahmen für Konten erforderlich sind.
Die nächsten wichtigen Offenlegungen werden die bestätigte Anzahl betroffener Kunden, die Identität des kompromittierten Softwareanbieters, der genaue Umfang der zugegriffenen Datensätze und ob die Ermittler Beweise finden, dass die Daten missbraucht wurden, sein. Bis dahin bleibt die weit verbreitete Zahl von 200.000 betroffenen Kunden und das volle Ausmaß des Vorfalls von Bits of Gold unbestätigt.