Einleitung
Alan Lane, der ehemalige CEO der Silvergate Bank, hat erklärt, dass ein koordinierten Angriff der Biden-Administration den fortgesetzten Betrieb von Silvergate unhaltbar gemacht und zur Liquidation geführt habe. In einem ersten Beitrag auf Substack am Dienstag argumentierte Lane, dass politischer und regulatorischer Druck von der Biden-Administration die freiwillige Schließung des auf Kryptowährungen spezialisierten Kreditgebers im Jahr 2023 vorangetrieben habe. Er betonte, dass die Bank nach dem Überstehen eines Einlagenabzugs solvent geblieben sei.
Details zur Liquidation
Lane führte aus, dass Silvergate nach der Befriedigung von Abhebungen in Höhe von 70 % seiner Sichtguthaben im vierten Quartal 2022 weiterhin hätte operieren können. Er behauptete, dass ein „koordinierten Angriff der Biden-Administration“ letztendlich zur Schließung führte und dass die Bank sich „angesichts des politischen Drucks“ für die Liquidation entschieden habe. Lane erklärte, dass Silvergate liquide Vermögenswerte hielt, die während starker Abhebungen verkauft oder als Sicherheiten verpfändet werden konnten.
Finanzielle Situation
In einem Geschäftsupdate vom Januar 2023 berichtete die Bank, dass die Einlagen in digitalen Vermögenswerten im Quartal um 68 % von 11,9 Milliarden USD auf 3,8 Milliarden USD gefallen seien. Silvergate verkaufte Schuldtitel im Wert von 5,2 Milliarden USD und verzeichnete einen Verlust von 718 Millionen USD. Die Bank gab an, zum Jahresende 4,6 Milliarden USD in bar und Äquivalenten zu haben.
Regulatorische Perspektiven
Lanes Bericht fügt der Debatte über die Frage, ob US-Behörden den Zugang von Krypto-Unternehmen zu Bankdienstleistungen einschränken wollten, eine persönliche Perspektive hinzu. Er unterscheidet sich jedoch von den bundesstaatlichen Feststellungen, die die Liquidation der Bank auf ihre konzentrierte Einlagenbasis, Finanzierungsrisiken sowie Schwächen in der Governance und Compliance zurückführten. Eine Überprüfung durch das Büro des Inspektors der Federal Reserve im September 2023 stellte fest, dass Silvergates Abhängigkeit von Krypto-Einlegern, schnelles Wachstum und mehrschichtige Finanzierungsrisiken zur Liquidation führten. Zudem wurden erhebliche Schwächen in der Unternehmensführung und im Risikomanagement festgestellt, und die Prüfer hätten aggressiver und entschlossener handeln können.
Vorwürfe und rechtliche Konsequenzen
Lane wies darauf hin, dass kein Regulierer nachgewiesen habe, dass die Anti-Geldwäsche (AML)-Kontrollen von Silvergate versagt hätten. Im Juli 2024 klagte die Securities and Exchange Commission (SEC) Silvergate Capital, Lane und die ehemalige Chief Risk Officer Kathleen Fraher an, Investoren über das AML-Programm der Bank und die Überwachung von Krypto-Kunden irreführend informiert zu haben. Der Regulierer behauptete, dass das automatisierte System von Silvergate versäumt habe, mehr als 1 Billion USD an Transaktionen zu überwachen, und dass die Bank fast 9 Milliarden USD an verdächtigen Überweisungen zwischen FTX-Einheiten nicht erkannt habe.
Lane einigte sich mit den SEC-Anklagen, ohne die Vorwürfe zuzugeben oder zu bestreiten, und stimmte einer Geldstrafe von 1 Million USD sowie einem fünfjährigen Verbot für Führungskräfte und Direktoren zu. Separat verhängte die Federal Reserve eine Geldstrafe von 43 Millionen USD gegen Silvergate wegen Mängeln bei der Transaktionsüberwachung.
Schlussfolgerung
Lane verwies auch auf interagenten Krypto-Risikoerklärungen, die Anfang 2023 veröffentlicht wurden, als Beweis für den Druck auf die Branche. Diese Erklärungen forderten Banken auf, einen vorsichtigen Ansatz für krypto-bezogene Aktivitäten zu verfolgen, obwohl die Fed erklärte, dass Institutionen nicht daran gehindert oder entmutigt wurden, eine bestimmte Kundenklasse zu bedienen. Im April 2025 zogen die Regierungsbehörden die Erklärungen zurück.