MyTrade-Gründer Liu Zhou mit Geldstrafe belegt
Der MyTrade-Gründer Liu Zhou wurde mit einer Geldstrafe von 10.000 $ belegt, nachdem er zugegeben hatte, dass seine Krypto-Market-Making-Plattform Bots einsetzte, um Wash-Trades für zahlreiche Token durchzuführen. Ein Bundesgericht in Boston ordnete an, dass Liu Zhou, der Gründer und Hauptbetreiber des Krypto-Market-Makers MyTrade, diese Geldstrafe für seine Rolle in einer Marktmanipulationsverschwörung zahlen muss.
Details der Anklage
U.S. District Judge Angel Kelley verhängte das Urteil, wie das Justizministerium mitteilte. Zhou, 41 Jahre alt, ist kanadischer Staatsbürger und chinesischer National. Bundesstaatsanwälte klagten Zhou zusammen mit 17 angeblichen Komplizen im Oktober 2024 an. Er bekannte sich schuldig, an einer Verschwörung zur Marktmanipulation und zum Drahtbetrug beteiligt gewesen zu sein.
Funktionsweise von MyTrade
MyTrade bot Market-Making-Dienste über seine MyTrade MM-Website und -Anwendung an. Zu seinen Produkten gehörte eine Funktion namens „Volume Support“, die es Krypto-Projekten ermöglichte, auszuwählen, wie viel künstliche tägliche Handelsaktivität sie über bestimmte Börsen wünschten. Die Plattform verwendete dann automatisierte Bots, um wiederholt dieselben Kryptowährungen zu kaufen und zu verkaufen. Diese Transaktionen erzeugten den Anschein eines höheren Handelsvolumens und Marktinteresses, ohne einen legitimen kommerziellen Zweck zu erfüllen.
Ermittlungen und Enthüllungen
U.S. Behörden identifizierten das Schema durch eine Undercover-Operation, die NexFundAI betraf, ein gefälschtes Krypto-Unternehmen, das von den Strafverfolgungsbehörden gegründet wurde. Ermittler starteten eine Website und einen auf Ethereum basierenden NexFundAI-Token, der an der dezentralen Börse Uniswap gehandelt wurde, bevor die Behörden ihn deaktivierten. Undercover-Agenten traten als Förderer des Projekts auf und näherten sich Market Makern.
„MyTrade MM führt Selbstgeschäfte durch – einen Kauf und einen Verkauf in derselben Sekunde“, sagte Zhou laut Staatsanwälten.
Er fügte hinzu, dass der Volumen-Bot des Unternehmens „Pump and Dumps“ ausführen könnte. In einer weiteren Erklärung, die vom DOJ zitiert wurde, sagte Zhou, das Ziel sei es, externe Käufer anzuziehen, weil „wir die [anderen Käufer] Geld verlieren lassen müssen, um Gewinn zu machen.“
Folgen und rechtliche Maßnahmen
MyTrade bot seinen Volume Support-Dienst bis zum 1. Oktober 2024 weiterhin Dutzenden von Kunden an, so das DOJ. Im Rahmen von Zhous Schuldbekenntnis stimmte MyTrade zu, den Volume Support einzustellen und die Bots, die zur Erstellung der künstlichen Transaktionen verwendet wurden, dauerhaft zu deaktivieren. Staatsanwälte gaben an, dass die Bots Millionen von Dollar an täglichen Wash-Trades mit etwa 60 Kryptowährungen generiert hatten.
Das Unternehmen war auch verpflichtet, eine Mitteilung auf seiner Website zu veröffentlichen, die den rechtlichen Status des Dienstes anerkennt.
„Volume Support ist eine Form des Wash Tradings und illegal nach den Gesetzen der Vereinigten Staaten“,
heißt es in der erforderlichen Mitteilung.
Umfang der Ermittlungen
Das U.S. Attorney’s Office für den District of Massachusetts führte den Fall mit Unterstützung der Boston Division des FBI. Das Urteil trägt zu den umfassenderen Durchsetzungsbemühungen der US-Behörden gegen irreführendes Verhalten im Krypto- und Event-Kontraktmarkt bei. Im Juli einigte sich der ehemalige US-Abgeordnete George Santos in einem Fall der Commodity Futures Trading Commission, der Trades auf dem Vorhersagemarkt Kalshi betraf.
Santos stimmte zu, 17.569,98 $ an Gewinnen zurückzugeben, eine Geldstrafe von 17.500 $ zu zahlen und ein dreijähriges Handelsverbot auf CFTC-registrierten Plattformen zu akzeptieren. Die CFTC beschuldigte ihn, irreführende öffentliche Aussagen gemacht zu haben, während er darauf wettete, ob er an der Rede von Präsident Donald Trump zur Lage der Nation teilnehmen würde. Er gab die Feststellungen weder zu noch wies er sie zurück.
Internationale Dimensionen
Die Ermittlungen zur Marktmanipulation nehmen auch außerhalb der Vereinigten Staaten zu. Südkoreanische Behörden untersuchten in den ersten zwei Jahren des Gesetzes zum Schutz von Nutzern virtueller Vermögenswerte mehr als 40 verdächtige Fälle von unfairen Handelspraktiken. Die Regulierungsbehörden berichteten oder verwiesen mehr als 30 Fälle an Ermittlungsbehörden und identifizierten 25 Verdächtige. Die durchschnittlichen angeblichen unrechtmäßigen Gewinne beliefen sich auf etwa 1,4 Milliarden Won oder etwa 940.000 $ pro Fall.
Für US-Krypto-Projekte zeigt der Fall Zhou, dass die Beschreibung künstlicher Aktivitäten als Market Making oder Volume Support nicht vor Betrugsvorwürfen schützt. Die Undercover-Token-Operation zeigt auch, dass Bundesermittler direkt an den Märkten für digitale Vermögenswerte teilnehmen können, um verdächtiges Fehlverhalten zu identifizieren.