Einführung
Der südkoreanische Abgeordnete Park Soo-young hat die Regierung aufgefordert, die geplante 22%ige Steuer auf Gewinne aus virtuellen Vermögenswerten zurückzuziehen, bevor diese am 1. Januar 2027 in Kraft tritt. Er argumentiert, dass diese Politik etwa 13 Millionen Krypto-Nutzer unfair belastet, während die Investitionssteuern auf inländische Aktien abgeschafft wurden.
Kritik am Steuerplan
Laut Digital Asset kritisierte der Abgeordnete der People Power Party den Steuerplan in seinem YouTube-Kanal „Park Soo-young’s Economy TV“ am 13. August und bezeichnete ihn als eine bestrafende Maßnahme, die mehr koreanisches Kapital in ausländische Kryptowährungsmärkte drängen könnte.
„Ich hoffe, dass dieser bestrafende Steuerplan, der 13 Millionen Nutzer digitaler Vermögenswerte als Geiseln hält, sofort zurückgezogen wird“,
sagte Park.
Der Abgeordnete verglich die Behandlung von Krypto-Investoren mit Südkoreas Entscheidung, die Steuer auf Einkünfte aus finanziellen Investitionen abzuschaffen. Park argumentierte, dass die Abschaffung der Investitionssteuer bei gleichzeitiger Beibehaltung einer separaten Abgabe auf virtuelle Vermögenswerte gleichbedeutend damit sei, den Investoren zu signalisieren, dass sie mit einer „Steuerbombe“ rechnen müssten.
Details zur Steuerregelung
Nach dem aktuellen Einkommensteuergesetz Südkoreas werden Gewinne aus der Übertragung oder Verleihung von virtuellen Vermögenswerten ab dem 1. Januar 2027 als andere Einkünfte klassifiziert. Investoren erhalten einen jährlichen Abzug von 2,5 Millionen Won, wobei Gewinne über diesem Betrag mit 20% besteuert werden. Wenn die 2%ige lokale Einkommensteuer hinzugerechnet wird, beträgt der effektive Steuersatz 22%.
Die Regierung hat erklärt, dass die Umsetzung im nächsten Jahr erfolgen wird. Im Mai bestätigte Moon Kyung-ho, Direktor der Einkommenssteuerabteilung des Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen, dass die Behörden sich darauf vorbereiten, die Steuer planmäßig einzuführen. Der Nationale Steuerdienst hat auch die Umsetzungshinweise mit den fünf großen Krypto-Börsen Südkoreas vorbereitet.
Politischer Widerstand
Politischer Widerstand hat trotz dieser Vorbereitungen angehalten. Die People Power Party brachte im März ein Gesetz ein, das darauf abzielt, das Einkommensteuergesetz zu ändern und die Krypto-Steuer abzuschaffen. Die Steuer wurde bereits dreimal verzögert, nachdem jahrelange Meinungsverschiedenheiten darüber bestanden, wann und wie Gewinne aus digitalen Vermögenswerten besteuert werden sollten.
Park stellte auch die Idee in Frage, dass die Besteuerung von Krypto-Investoren dazu ermutigen könnte, ihr Geld in koreanische Aktien umzuleiten.
„Die Leute werden nicht in inländische Aktien investieren, nur weil es so ist“,
sagte er und fügte hinzu, dass die Politik stattdessen die Bewegung des koreanischen Vermögens ins Ausland beschleunigen könnte.
Kapitalabflüsse und regulatorische Maßnahmen
Um sein Argument zu untermauern, verwies Park auf Daten, die zeigen, dass zwischen Januar und September des letzten Jahres etwa 124 Billionen Won in ausländische digitale Vermögensbörsen geflossen sind. Kapital, das von koreanischen Plattformen zu ausländischen Börsen und privaten Wallets abfließt, hat bereits regulatorische Aufmerksamkeit erregt.
Südkorea hat auch Schritte unternommen, um mehr grenzüberschreitende digitale Vermögensaktivitäten in seinen Devisenrahmen zu integrieren. Änderungen des Gesetzes über Devisentransaktionen schufen eine Kategorie für virtuelle Vermögensübertragungsdienste und verlangen von Unternehmen, die qualifizierte ausländische Krypto-Übertragungen abwickeln, sich beim Finanzminister zu registrieren.
Behandlung von Verlusten und öffentliche Petition
Park kritisierte zudem die Behandlung von Verlusten im geplanten System und argumentierte, dass die Regierung beabsichtige, Steuern zu erheben, wenn Investoren Gewinne erzielen, ohne eine vergleichbare Behandlung zu bieten, wenn die Preise von Kryptowährungen fallen.
„Die Verluste, die durch einen Krypto-Crash entstehen, können nicht einmal vorgetragen werden, und dennoch greifen sie bereits in die Gewinne ein“,
sagte Park.
Eine öffentliche Petition, die die vollständige Aufhebung der Abgabe fordert, überschritt im Mai die Schwelle von 50.000 Unterschriften und leitete den Vorschlag automatisch an einen Ausschuss der Nationalversammlung zur Prüfung weiter. Die Petition argumentierte, dass die Erhebung einer 22%igen Steuer auf Krypto-Gewinne, während Einkünfte aus finanziellen Investitionen in Aktien und Anleihen weiterhin ausgenommen sind, eine ungleiche Behandlung zwischen den Anlageklassen schafft.
Ausblick
Die Meinungsverschiedenheit hat den Stichtag vom 1. Januar davon abhängig gemacht, ob die Abgeordneten das Einkommensteuergesetz vor der Umsetzung ändern. Die Regierung hat erklärt, dass sie beabsichtigt, unter dem bestehenden Gesetz fortzufahren, während von der regierenden Partei kein klarer Widerstand gegen die Umsetzung geäußert wurde. Die People Power Party strebt weiterhin entweder die Abschaffung oder eine weitere Verschiebung der Steuer an.