Warnung der EU-Anti-Geldwäsche-Behörde
Die EU-Anti-Geldwäsche-Behörde (AMLA) hat gewarnt, dass das Ende der Übergangsfrist für die Märkte für Krypto-Assets (MiCA) das Risiko von Compliance-Druck auf Krypto-Unternehmen erhöht. Dies geschieht, da Kunden zu lizenzierten Anbietern innerhalb des Blocks wechseln. Laut Bruna Szego, der Vorsitzenden der AMLA, könnten Krypto-Unternehmen, die den Markt der Europäischen Union verlassen, mit einem Anstieg von Kundenabhebungsanfragen konfrontiert werden. Gleichzeitig könnten lizenzierte Anbieter von virtuellen Vermögenswerten (VASPs) Schwierigkeiten haben, große Mengen neuer Nutzer zu gewinnen, ohne die Compliance-Standards zu gefährden.
Erwartungen an Unternehmen und lizenzierte Anbieter
In einer Pressekonferenz am Mittwoch vor dem Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments erklärte Szego, dass Unternehmen, die ihre Geschäfte einstellen, auf eine erhöhte Kundenaktivität vorbereitet sein sollten. Nutzer könnten ihre Vermögenswerte übertragen, bevor die Dienstleistungen enden. Sie fügte hinzu, dass lizenzierte Anbieter, die diese Kunden übernehmen, die Verfahren zur Geldwäschebekämpfung während des gesamten Übergangs effektiv aufrechterhalten sollten.
Übergangsfrist und regulatorische Anforderungen
Diese Warnung erfolgt nach dem Ende der 18-monatigen Übergangsfrist für MiCA am 1. Juli, die von Krypto-Vermögensdienstleistern (CASPs) verlangt, eine Genehmigung zu erhalten, um weiterhin Kunden innerhalb der EU bedienen zu können. Zuvor hatte die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) Unternehmen, die nach der Frist nicht autorisiert blieben, angewiesen, sofortige Schritte zur Abwicklung ihrer EU-Geschäfte zu unternehmen, was die Kunden zwang, zu lizenzierten Anbietern zu wechseln.
Bericht und Aufsichtsmaßnahmen
Vor der Frist am 1. Juli hatte die AMLA eine Beratungsnotiz veröffentlicht, die die Geldwäsche-Risiken im Zusammenhang mit dem Ende der Übergangsfrist umreißt. Laut der Behörde legt die Anleitung die Erwartungen sowohl für Unternehmen fest, die ihre EU-Geschäfte schließen, als auch für lizenzierte Anbieter, die neue Kunden akzeptieren, damit die Kontrollen zur Geldwäschebekämpfung während der Migration effektiv bleiben.
Während der parlamentarischen Sitzung kündigte Szego an, dass die AMLA plant, noch vor Jahresende einen Bericht zu veröffentlichen, der die Geldwäsche-Risiken im Krypto-Sektor sowie die von nationalen Behörden verwendeten Aufsichtspraktiken untersucht. Sie fügte hinzu, dass die Behörde ihre Blockchain-Analysefähigkeiten ausbaut, um die Aufsicht über Krypto-Vermögensdienstleister zu stärken. Laut Szego wird der Bericht die Überwachung von CASPs in den Mitgliedstaaten vergleichen und Unterschiede identifizieren, die eine koordinierte Nachverfolgung zwischen der AMLA und den nationalen Behörden erfordern könnten.
Koordinierte Aufsichtsaktion der ESMA
Die neuesten Kommentare bauen auf den Aufsichtsmaßnahmen Europas nach der Lizenzierung auf. Am 11. Juli startete die ESMA eine gemeinsame Aufsichtsaktion, die eine Stichprobe von MiCA-autorisierten Krypto-Verwahrstellen abdeckt. Ziel ist es, die operationale Resilienz in Bereichen wie Verwaltung privater Schlüssel, Transaktionskontrollen, Reaktion auf Vorfälle und Abhängigkeit von Drittanbietertechnologieanbietern zu prüfen. Die ESMA erklärte, dass die Überprüfung darauf abzielt, zu testen, ob autorisierte Unternehmen in der Praxis effektive operationale Sicherheitsvorkehrungen aufrechterhalten können, anstatt sich ausschließlich auf ihre MiCA-Lizenzen zu verlassen. Dies macht sie zu einer der ersten koordinierten Aufsichtsübungen nach Ablauf der Übergangsfrist.