Crypto Prices

Schwedische Steuerprüfung belastet den Übergang von Krypto-Minern zu KI-Diensten

vor 2 Stunden
2 minuten gelesen
2 ansichten

Steuerliche Herausforderungen für Rechenzentren in Schweden

Die schwedischen Steuerbehörden stellen Hunderte Millionen Kronen an Mehrwertsteuerabzügen in Frage, die von Betreibern von Rechenzentren im Norden des Landes geltend gemacht werden. Dies verwandelt die Unterscheidung zwischen Krypto-Mining und Rechenzentrumsdiensten in einen Test für eine Branche, die nun eilig versucht, Mining-Standorte in KI-Infrastruktur umzuwandeln.

Dieser Artikel erschien zuerst in The Energy Mag. Der Originalartikel kann hier eingesehen werden.

The Energy Mag (ehemals The Miner Mag) bietet Nachrichten, Daten und Einblicke in das Nexus von Energie, Rechenleistung und Märkten.

Steuerbehördliche Maßnahmen gegen Unternehmen

Die schwedische Steuerbehörde hat vorgeschlagene Mehrwertsteuerentscheidungen gegen Tochtergesellschaften der Northern Data AG erlassen und Berufungsurteile gegen zwei schwedische Einheiten von HIVE Digital (NASDAQ: HIVE) gesichert. Die Unternehmen geben an, dass ihre Einrichtungen Rechenkapazität oder Infrastrukturleistungen an identifizierbare Kunden bereitgestellt haben. Die Position der Behörde ist jedoch, dass zumindest ein Teil der Aktivitäten Krypto-Mining darstellt, das außerhalb des Mehrwertsteuersystems liegt und daher keine Abzüge für die auf Ausrüstung und andere Kosten gezahlte Steuer unterstützt.

Diese Maßnahmen erfolgen, während Schweden mit einer separaten Herausforderung durch die Europäische Kommission konfrontiert ist, die eine Regelung betrifft, die Kunden verpflichtet, 30 % der Zahlungen an bestimmte ausländische Auftragnehmer einzubehalten. Dieser Fall, der derzeit vor dem Gerichtshof der Europäischen Union anhängig ist, betrifft nicht das Krypto-Mining oder die Eingangs-Mehrwertsteuer. Er hat jedoch die Aufmerksamkeit auf schwedische Steuervorschriften gelenkt, die erheblichen Druck auf den Cashflow ausüben können, bevor die endgültige Haftung eines Unternehmens festgestellt wird.

Folgen für die Branche

Für Miner sind die Folgen zunehmend sichtbar, wo sie Kapital einsetzen. HIVE hat seine Entscheidung, das Krypto-Mining in Schweden herunterzufahren, direkt mit den Steuerstreitigkeiten und den damit verbundenen Durchsetzungsmaßnahmen verknüpft. Der Wandel von Northern Data war bereits Teil einer umfassenderen Unternehmensstrategie, aber die schwedische Mehrwertsteueruntersuchung hat das Unternehmen in seiner Transformation vom Krypto-Miner zum KI-Cloud- und Rechenzentrumsbetreiber verfolgt.

Die Richtlinien der schwedischen Steuerbehörde besagen, dass Krypto-Mining keine gegen Entgelt erbrachte Dienstleistung darstellt, da es keinen identifizierbaren Gegenpart zur Proof-of-Work-Blockchain-Belohnung gibt. Die Behörde wendet eine ähnliche Argumentation auf Transaktionsverifizierungsgebühren an, wenn der Zahler und der Verifier einander nicht identifizieren können. Solche Aktivitäten fallen daher außerhalb des Anwendungsbereichs der Mehrwertsteuer.

Rechtsstreitigkeiten und Unternehmensstrategien

Die umstrittenen Geschäftsmodelle fügen eine weitere Ebene hinzu. Sowohl HIVE als auch Northern Data haben behauptet, dass ihre schwedischen Einheiten Infrastruktur, Hashrate oder verwandte Rechenservices an Dritte bereitgestellt haben. In dieser Version der Ereignisse ist die kommerzielle Transaktion der Verkauf von Rechenkapazität an einen identifizierbaren Kunden, beispielsweise einen Mining-Pool, anstatt dass das kundenorientierte Unternehmen Kryptowährungen für eigene Rechnung mined.

Die schwedische Exposition von Northern Data wurde im September 2025 auf dramatische Weise öffentlich, als Ermittler Unternehmensräume in Frankfurt und den schwedischen Städten Boden und Luleå durchsuchten. Vier Personen wurden im Rahmen einer Untersuchung wegen des Verdachts auf großangelegten Mehrwertsteuerbetrug, der auf über 100 Millionen Euro geschätzt wird, festgenommen. Northern Data erklärte, es sei von der Eskalation überrascht worden und glaube, dass die Behörden die steuerliche Behandlung seines GPU-Cloud-Angebots sowie die wirtschaftliche und rechtliche Struktur seiner früheren Krypto-Mining-Operationen missverstanden hätten.

Finanzielle Auswirkungen und zukünftige Entwicklungen

HIVE bringt den Streit auch über Schwedens gewöhnlichen Steuerberufungsprozess hinaus. In einer regulatorischen Einreichung vom 11. August, in der die verspätete Einreichung ihres Quartalsberichts erklärt wurde, gab das Unternehmen an, dass es Verfahren bei der Europäischen Kommission eingeleitet habe, wegen dessen, was es als systematische Weigerung der schwedischen Verwaltungsgerichte bezeichnete, ungeklärte Fragen des EU-Rechts an den Gerichtshof der Europäischen Union zu verweisen.

Die Durchsetzung der Mehrwertsteuer ist nicht die einzige politische Änderung, die die Wirtschaftlichkeit der schwedischen Rechenzentren beeinflusst. Schweden hat ab dem 1. Juli 2023 den ermäßigten Stromsteuersatz für Rechenzentren abgeschafft, nachdem die Regierung zu dem Schluss gekommen war, dass der Anreiz nicht mehr angemessen war.

Diese Rechtsstreitigkeiten könnten für HIVE oder Northern Data kein rechtliches Präzedenz schaffen. Es betrifft die vorläufige Einkommenssteuerabzugspflicht und nicht die Mehrwertsteuerabzüge, und es gilt gemäß dem grenzüberschreitenden Steuerstatus und nicht nach Unternehmensgröße oder Rechenlast. Ihre Relevanz ist jedoch breiter, da die Behörden Einbehalte, verweigerte Rückerstattungen, Rückzahlungsforderungen oder Sicherheitsanforderungen nutzen, um die Steuererhebung zu schützen, während die zugrunde liegende Haftung angefochten wird.

Beliebt